
2. September 2015 - Seetag auf dem Weg nach Hamburg - Wetter: wechselhaft, 18 Grad
Die Diva schaukelt so vor sich hin. Der Kapitän hat angekündigt, es könnte eine bewegte Nacht werden. Vom Regen hat er nichts gesagt!
Nöööö, das möchte ich nicht erleben und ihr wünschen
wir das auch nicht. Deshalb haben
wir drei gut gegessen und auch was getrunken.
Ist uns so empfohlen worden. Die Magennerven sind beruhigt.
Meine Schwester und ich machen uns auf zur Küchenführung. Nicht zum ersten Mal, aber immer wieder schön. Kleiner Empfang vorweg mit einem Gläschen Sekt und Häppchen und dann gibt es die Schutzkleidung.
Haare unter der Haube verstecken, Überzieher für die Schuhe anziehen, Kittel an und gut die Händewaschen - wir sind steril für den Rundgang. Zuerst besichtigen wir die Rossiniküche, dann die große Küche mit den verschiedenen Abteilungen und auch die Bäckerei.
127 Mitarbeiter sorgen dafür, dass in den 3 Büffet- und 3 Gourmetrestaurants sowie im Crew-Speisesaal immer was leckeres auf den Teller kommt. Die Bäckerei arbeitet quasi rund um die Uhr. Ich wage es nicht auszusprechen: 4.000 Brötchen werden pro Tag verspeist. Ich habe bisher nur 2 gegessen, wer hat die anderen vertilgt? Wenn Mutti diese Zahl hört, bekommt sie bestimmt auch so große Augen wie wir. Die Vorratsräume sind noch gut bestückt und so werden wir satt werden auf den letzten Seemeilen bis Hamburg.
Von Danilo Kiepe erfahren wir auch, dass es viele Kontrollen gibt in den Häfen. Und wehe, die finden irgendetwas zu beanstanden – das ist nicht gut. Und so werden die Mitarbeiter ständig geschult und mit den Kontrollvorgaben vertraut gemacht. Ist doch verständlich, wer will schon Ärger mit den Behörden haben. Wohlmöglich wird dann das Schiff stillgelegt und die Seereise ist dann nicht mehr so lustig für alle an Bord.
Ach ja, ein guter Rat, wer mal eine Küchenführung machen möchte. Ein kleines Jäckchen kann nicht schaden, denn dort wo der Käse liegt – ist es recht frisch. Fotos gibt es keine von der Führung - fotografieren ist nicht erlaubt gewesen! Aber wir werden Mutti ausführlich bildhaft beschreiben, was wir alles gesehen haben.
In der Zwischenzeit hatte Mutti ein kleines Nickerchen
gemacht und wartet schon auf uns. Es ist Zeit für das Mittagessen.
Alles ist wieder total lecker und wenn man weiß, wie es in der Küche zugeht, schmeckt es nochmal so gut. Und bei den süßen Verführungen werden wir dann auch noch schwach, obwohl es in ein paar Stunden wieder was zu Essen gibt. "Kinder, nehmt nur ordentlich, damit ihr noch etwas zulegen könnt. So kommt man besser durch den Winter und wenn man mal krank wird, hat der Körper eine Reserve!" "Mutti, du weißt aber schon, dass ich bald wieder eine Reise mache und neue Sachen werden keine vorher gekauft" antworte ich ihr. Meine Schwester lacht und meint nur "redet nicht so viel, esst lieber ihr zwei".
Und als wir wieder zur Kabine zurückkehren - da schau her, die Sonne scheint!!!!! Später bezieht sich der Himmel wieder, aber immerhin ein paar Strahlen haben wir genossen.
Wir packen dann schon mal die Koffer, denn die sollen
ja bis um 2 Uhr in der Nacht vor der Kabinentür stehen und wer wird schon extra
wegen dem Koffer früher auf die Kabine wollen? Also wir Kinder auf keinen Fall,
denn der letzte Abend ist eigentlich ausgefüllt bis zum Umfallen. Die Koffer sind fertig und wir richten uns für den Abend - es ist schon wieder Essenszeit.
Ich gehe noch schnell ins Marktrestaurant, um die Routentorte noch heile aufs Foto zu bekommen. Ein Glück, sie ist noch ganz.
Den letzten Abend essen wir im Buffalo-Restaurant. Ganz ehrlich, das Essen war mehr wie gut. Allein schon die Vorspeise - Thunfisch auf Seetang. Mutti hat nur wenig von dem Grünzeug probiert. „Soll ja gesund sein und die Asiaten halten sich mit sowas fit. Ne, ich esse dann lieber einen ganz normalen Salat und Rote Beete, das ist auch gesund“, flüstert sie uns zu.
Ich liebe solche Sachen, vor allen den Seetang. Sowas
bekomme ich ja eigentlich nur beim Japaner zu Hause oder wenn ich in Frankreich
bin.
Und dann das Steak, hmmmmm – so zart. Aber dann streiken wir, nein – wir
möchten kein Dessert. Wir sind pappsatt. Trinken noch ein Gläschen und einen
Espresso hinterher. Mutti bekam keinen, wohlmöglich kann sie vom Kaffee nicht
einschlafen und ist die halbe Nacht wach. „Wisst ihr was meine Täubchen, bringt
mich auf die Kabine. Ich will noch etwas in die Röhre schauen und mich schön
schlafen“ lässt uns Mutti wissen. Okay, wir geleiten sie hin, verweilen noch
einen Moment und dann schwirren wir ab.
Im Theatrium läuft zur gleichen Zeit die Verabschiedung durch Kapitän Nikos Nitschai, den wir verpasst haben. Aber die letzten Worte von Thomas Scharfenberg und Jan-Philipp Schmidt bekommen wir noch mit – ich sage nur 5,973 Tonnen Obst und 2,8 Tonnen Mehl ... Hüftgold alles.
Danach eine Schau, die ich sehr mag. "Ihre
Stars". Gibt es auch auf anderen Schiffen.
Die fünf Gesangsstars der Diva zeigen Bilder aus ihrem Leben und erzählen ein wenig über ihren Werdegang. Dann gibt es Soloauftritte und als Finale dann ein gemeinsamer Song. Das sind Stimmen, die vergißt man nicht so schnell. Bravoooooo.
In der AIDAbar verabschieden wir uns von den netten Ungarinnen der Band "OCEAN 5", ein Drink noch und dann Gute Nacht – morgen früh sind wir in Hamburg. Letzte Amtshandlung nach den reichhaltigen Abendessen, KOFFER rausstellen. Welch ein trauriger Anblick - es ist immer das sichtbare Zeichen, die Reise geht zu Ende. Mutti schläft tief und fest und wir zwei sitzen noch eine Weile auf der Bettkante und tuscheln leise. Dann schau ich auf die Uhr, 2.30 Uhr ... "los, wir schlafen jetzt auch".
Hamburg - 3. September 2015 - Wetter: wechselhaft
Wir schauen rückwärts, weil wir ja hinten wohnen auf dem Schiff. Aber ein Stück geht unser Balkon auch seitlich entlang und so kann man auch nach vorne schauen. Die Einfahrt im Hafen von Altona ist auch immer ein Erlebnis. Vorbei an den herrschaftlichen Häusern und wir nähern uns der Anlegestelle.
Sehr schönes Panorama mit der riesigen Brücke, vorbei am Containerhafen und dann ist der Augenblick da: wir verabschieden uns von unserer Traumkabine. Was war das doch schön für Mutti. Ich glaube, wir werden ein Problem haben, wenn wir die nächste Reise buchen. Toppen können wir das nicht mehr, da heißt es dann wieder Suite oder Balkon – aber welche? Wir werden sehen. Die Koffer stehen im Hafenterminal und warten auf uns.
Der Bus bringt uns zum Zentralen Omnibusbahnhof, nicht weit weg vom Hauptbahnhof. Wir haben noch genügend Zeit für einen Bummel, eine Kleinigkeit zu essen, ein wenig in der Sonne sitzen und über die Reise reden. Und ab morgen wird wieder alles selbst gemacht: gekocht und geputzt! Aber daran wollen wir jetzt wirklich keinen Gedanken verschwenden.
Fazit: Schön war unser Reise, auch wenn wir nicht so
viel angeschaut haben. Aber das muss man ja auch nicht unbedingt, auf dem
Schiff ist es recht gemütlich und es gibt genügend, was man machen kann. Die
nächste Tour mit Mutti steht auf jeden Fall fest – egal wohin, sie möchte
nochmal AIDA fahren – weil es ihr gefällt und sie sich an Bord so wohl fühlt.
Was wollen wir mehr?
Auf dem Schiff hat alles prima geklappt, alle waren
nett und freundlich. Der junge Mann, der unsere Kabine in Ordnung gehalten hat,
verabschiedet sich lächelnd von uns. Das Essen war gut und es gab nichts zu
meckern, die Hose kneift etwas – schon nach den paar Tagen. Mutti meint, sie
müsse jetzt Diät machen!
Zuhause angekommen, gibt es noch ein Leckerli. Ich habe wei Trüffelpralinen vom Schiff im Koffer und die gönnen wir uns als Nachtisch und dann heißt es auch für mich, am nächsten Tag wieder Zug fahren – in Richtung Heimat.
Ich bin gut Zuhause angekommen und möchte am liebsten wieder gleich auf's Schiff. Gerne mit Mutti und Schwester im nächsten Jahr und dann haben wir wieder einen Grund zur Freude ... AIDAsehen! Und ich bin gespannt, ob wir wieder einen feuchten Balkon haben werden. Und eins kann ich jetzt schon verraten: Ein neues Ziel und ein altes Ziel wird es bei der nächsten Reise geben. Juhuuuu, ich sie als Überraschung gebucht und nichts verraten. Das kommt später irgendwann.
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